Rückschau
Erste Stimmen finden Sie u.a. in der nebenstehenden Box oder hier.
Einige Fotos haben wir für Sie in unserer Galerie hinterlegt.
Evaluation von Social Media unklar – Ein Tagungsrückblick von Wolf-Dieter Rühl (prmagazin)
Microsoft setzt auf „Content Captains“, Dell
beschäftigt einen „Chief Listening Officer“. Die Disziplin PR, die bei der
Berufsbezeichnung schon immer kreative Wege gefunden hat, ist um ein paar
Stilblüten reicher. Schaut man hinter die blumigen Titel, wird deutlich, dass
in vielen Unternehmen derzeit tatsächlich neue Berufsbilder entstehen. Der
Grund dafür, so der PR-Chef von Microsoft Deutschland Thomas
Mickeleit Mitte Juni auf der K2-Tagung Onlinekommunikation: „Uns droht unser
Geschäftsmodell abhanden zu kommen.“ Zwar sei die klassische PR-Rolle als
Ansprechpartner der „Königsmedien“ wie überregionalen Tageszeitungen und
Fernsehen immer noch wichtig. Angesichts rapide sinkender Auflagen und dem
Siegeszug von Social Media sei jedoch klar, dass Kommunikatoren sich umstellen
müssten. In seinem Team gibt es daher nun Content Captains, Relations Manager,
Channel Captains und Format Directors. Die Organisation soll dafür sorgen, dass
die Themen im Vordergrund stehen – und nicht die zu bespielenden Kanäle. Die
Aufbereitung orientiert sich zudem stärker an weiteren Zielgruppen, die als
Multiplikatoren geeignet sind: einflussreiche Spieler im Netz und vor allem die
eigenen Mitarbeiter. Michael Buck von Dell sieht
das ähnlich: Inzwischen habe man rund 2.500 Angestellte, die als Botschafter in
den sozialen Medien eigenverantwortlich auftreten, so der Leiter des weltweiten
Online-Marketings. Sein Ziel sei es, 10.000 Botschafter für Dell zu aktivieren.
Buck beschwor gar das Ende der Disziplin PR: „Public Relations versuchen immer,
die Inhalte zu kontrollieren. Das klappt aber in Social Media nicht, daher ist
die PR bei Dell in diesem Feld nicht mehr im Lead.“
Praxisbeispiele von McDonald's, der Deutschen Bahn, T-Systems und Yello zeigten, dass Social Media für viele Unternehmen längst Alltag geworden sind – sei es für Kundendienst, Reputationsaufbau, Marketing oder Recruiting. So heterogen die Zielsetzung, so vielfältig sind die Definitionen von Erfolg in Social Media. Die reine Fanzahl bei Facebook sei nicht bedeutend, relativierte beispielsweise Nicolas von Sobbe, Department Head, Media und Community Relations bei McDonald's. Er gehe davon aus, dass maximal 15 Prozent der rund 1,6 Millionen Menschen, die bei Facebook „gefällt mir“ geklickt haben, auch tatsächlich Fans seien. Auf die Frage, wie sie die Aktivitäten im Netz überhaupt evaluieren können, haben die meisten Unternehmen noch keine Antwort gefunden. Kommunikatoren, die dem drängelnden Controlling Zahlen in die Hand geben müssen, gab Ingo Notthoff, Senior Manager PR und Online bei T-Systems, den Tipp, zur Not die Aktivitäten in Mediawert umzurechnen. Seine Basis: Tausenderkontaktpreis für Facebook-Anzeigen, 2,50 Euro pro Interaktion, Google-Anzeigenpreise.
Auf einen Blick
Stimmen
Hochkarätige Referenten, klasse Vorträge. Habe viel Praxis- und Umsetzungsbeispiele mitgenommen.
Ute Schuchardt, Xella International
Tagung Onlinekommunikation, 2012
Spannende Praxisberichte mit vielen wertvollen Tipps zu Social Media in jeder Entwicklungsphase.
Sven Rudloff, E.ON
Tagung Onlinekommunikation, 2012
Viele gute und inspirierende Vorträge. Absolute Highlights: Volker Gaßner, Greenpeace, mit "Lust auf Shitstorm" und Nicolas von Sobbe, McDonalds, "Spread the Love". Vielen Dank für eine Menge neuer Ideen und noch mehr Lust auf Social Media.
Corinna Lemm, Style & Brands PR
Tagung Onlinekommunikation, 2012
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