Tagung Erfolgsfaktor Transparenz

17. Mai 2011 | Berlin

Überblick

Das K2-Team bedankt sich bei allen Referenten und Teilnehmern der Tagung!
Fotos der Veranstaltung finden Sie in unserer Galerie... 

Spätestens seit dem Medienhype um die bei Wikileaks veröffentlichten US-Depeschen müssen Unternehmen damit rechnen, dass Geschäftsgeheimnisse künftig noch schneller die Runde machen. Bedeutet das für PR-Profis nun, sich auf permanente Krisenkommunikation einzustellen? Nicht, wenn sie in ihren Unternehmen die Einsicht verankern, dass sich unethisches Verhalten künftig noch schwerer unter der Decke halten lässt.

„Die Büchse der Pandora ist geöffnet“, orakelte der PR-Berater Volker Klenk nach der Enthüllung vertraulicher US-Depeschen auf der Internetplattform Wikileaks in einer Pressemitteilung. Der Chef der Frankfurter Kommunikationsagentur Klenk & Hoursch sieht nichts weniger als eine Epochenwende: „Wir sind angekommen im Zeitalter der Transparenz.“ Jedes unternehmerische Handeln sei nun öffentlich.

Die Beschwörung erstaunt zunächst. Ein paar schnöde Internetseiten, gefüllt weitestgehend mit Banalitäten, sollen gleichbedeutend sein mit dem Ende des goldenen Zeitalters – so die griechische Mythologie –,  mit dem Hereinbrechen alles Schlechten über die Welt? 

Nüchtern ist zu konstatieren: Die Büchse der Pandora steht schon lange sperrangelweit offen. Schon vor Wikileaks warteten zahlreiche Seiten im Netz auf vermeintliche und tatsächliche Geheimnisverräter: Seiten wie boocompany.com und Blogs vom Schlag wir-in-nrw-blog.de, das mit Veröffentlichungen interner Dokumente der nordrhein-westfälischen CDU mit dazu beitrug, dass Ministerpräsident Jürgen Rüttgers abgewählt wurde. 

Der Geheimnisverrat ist so alt wie das Geheimnis selbst. Der hierzulande vor allem vom Spiegel beförderte Medienhype um Wikileaks dürfte allerdings dazu führen, dass die Zahl der Geheimnisverräter deutlich wächst. Die Inbrunst, mit der Julian Assange als Wegbereiter einer neuen Transparenz verehrt wird, zeigt: Auch vermeintlich illegal beschaffte Informationen zu veröffentlichen, ist gesellschaftlich zunehmend akzeptiert. Der Geheimnisverräter wird zum Aufklärer. Und weitere Whistleblower-Plattformen schießen wie Pilze aus dem Boden. Der ehemalige deutsche Wikileaks-Sprecher Daniel Domscheit-Berg stellt in diesen Tagen die Seite openleaks.org online, über die Informanten sich gezielt Abnehmer ihrer anonym eingestellten Informationen aussuchen – außer Medien können das Gewerkschaften und Nichtregierungsorganisationen wie Greenpeace sein. John Young, ein anderer ehemaliger Wikileaks-Kämpfer, startete die Seite cryptome.org. Dazu wartet die auf Lobbyistenskandale spezialisierte Plattform brusselsleaks.com seit Dezember 2010 auf Informanten.

Auch Medien wittern die Chance, mit dem Einrichten so genannter toter Briefkästen schnell an brisantes Material zu kommen, das sich zu Scoops verarbeiten lässt. So kündigte David Schraven, Leiter des Ressorts Recherche bei der WAZ-Gruppe, im Dezember öffentlichkeitswirksam an, eine eigene Seite einzurichten, auf der Nutzer anonym Dokumente hochladen können – andere Medien dürften folgen. 

Schon dieser Wildwuchs lässt erahnen, dass sich für Unternehmenskommunikatoren gar nicht so viel ändern dürfte. Denn das Beispiel der veröffentlichten US-Depeschen zeigt, dass jede Enthüllungsplattform auf reichweitenstarke Medienpartner angewiesen ist – und auf Journalisten, die das Material durchkämmen, gewichten und verdichten. Im Fall der rund 250.000 US-Botschaftsdokumente waren das unter anderem die erfahrenen Rechercheure des Spiegels. Lediglich die Zahl der Anfragen, die sich auf interne Dokumente stützen, dürfte sich deutlich erhöhen.

Die Deutsche Telekom musste sich bereits im Dezember 2009 mit bei Wikileaks aufgetauchten Dokumenten beschäftigen. Die Plattform veröffentlichte damals die Gründungsverträge des Mauteintreiberkonsortiums TollCollect. PR-Chef Philipp Schindera kann im Rückblick keinen großen Unterschied zu anderen Krisen erkennen. „Wir haben es nicht mit einem Wikileaks-Phänomen zu tun, sondern allgemein mit einem Web-2.0-Phänomen. Informationen und Dokumente können schlicht viel einfacher weitergereicht werden als zuvor.“ Die Herausforderung für Unternehmenskommunikatoren sei, in den eigenen Organisationen das Verständnis zu verankern, dass „nichts mehr unter dem Deckel gehalten werden kann“. Die Deutsche Telekom habe sich darauf eingestellt, indem sie ihre Mitarbeiter regelmäßig schule, mit sensiblen Daten sorgfältig umzugehen. Sollten Mitarbeiter unsaubere Geschäftspraktiken in der eigenen Firma entdecken, können sie sich zudem an Vertrauensleute wenden oder in einem internen E-Mail-System anonym Hinweise geben.

Für Otto-Kommunikationschef Thomas Voigt ist die jeweilige Unternehmenskultur entscheidend. „Natürlich muss eine Firma Geheimnisverrat verhindern, indem sie beispielsweise ihre IT-Struktur überprüft. Genauso wichtig ist aber die Kulturstruktur.“ Nur wem es gelinge, die Mitarbeiter davon zu überzeugen, dass die Topmanager letztlich verantwortlich handeln, habe eine Chance, der Neigung zum Durchstechen von Informationen entgegenzutreten.

Klar ist: Die Wahrscheinlichkeit, dass unethisches Verhalten künftig einer größeren Öffentlichkeit bekannt wird, steigt. Das kann sich für ordentlich geführte Firmen sogar zu einem echten Wettbewerbsvorteil entwickeln. Oder, wie es der PR-Berater Volker Klenk schreibt: „Gut geführte Unternehmen haben nichts zu fürchten.“ Wenn man es pathetisch mag, wäre damit tatsächlich die Geschichte von der Büchse der Pandora wiederholt. Denn die griechische Sage geht noch weiter: Als die Büchse das zweite Mal geöffnet wurde, entließ sie die Hoffnung in die Welt.

Unsere Tagung richtet sich an Leiter Unternehmenskommunikation und generell an Kommunikationsfachleute, die sich mit dem Thema unternehmerische Transparenz auseinandersetzen wollen. Im theoretischen Teil am Vormittag werden die folgenden Fragen mit Hilfe von eingängigen Beispielen erläutert: Was ist Transparenz? Wozu dient Transparenz? Welche Wirkung kann Transparenz entwickeln? Wer sind Vorbilder, Treiber und Gejagte? Wie führt Transparenz zum Erfolg? Daran schließen sich am Nachmittag eindrückliche best-practice-Beispiele an. Führende Unternehmenskommunikatoren präsentieren ihre Konzepte einer nicht nur kommunikativen Unternehmens-Transparenz. Eine Diskussionsrunde mit Vertretern von NGOs und führenden Wirtschaftsmedien rundet die Veranstaltung ab. 

Auf einen Blick

Broschüre Download
0,9MB

Termin: 17. Mai 2011

Einlass: 8.30 Uhr

Ende: 18.30Uhr

Ort: Novotel Berlin Mitte

Preis: 790,00 Euro zzgl. MwSt. Frühbucherrabatt bis zum 18.04.2011.


Anmeldung zur Tagung

Stimmen

Diese K2-Fachtagung lässt sich in drei Worten zusammenfassen: praxisnah, hochinteressant, anregend. Vielen Dank – gerne wieder!
Susanne Mickan, Honda Deutschland GmbH
K2-Tagung Erfolgsfaktor Transparenz 2011 


Für heutige Entscheider vorbehaltlos zu empfehlen! Ihr Unternehmen wird es Ihnen danken!
Christoph Bornkessel, s. Oliver
K2-Tagung Krisen-PR 2010 



Ansprechpartner

K2
Weichselstr. 6
10247 Berlin

Für Rückfragen stehe ich Ihnen gerne zur Verfügung.

 

Theresa Schulz
Tagungskoordinatorin

T.: +49 (0) 30 479 89 789
F.: +49 (0) 30 479 89 800

theresa.schulz@k2-gipfel.de

Zum Kontaktformular